Gemeinsam für gesellschaftliches Engagement

Social Entrepreneurship an der Universität Witten/Herdecke

Jan Veddeler - Startup Lions

Startup Lions

Die Stärkung der Jugend Afrikas ist eine der dringlichsten Herausforderungen, vor denen der afrikanische Kontinent heute steht. In den letzten Jahrzehnten wurden große Fortschritte beim Zugang zu Bildung gemacht, aber es wurde nicht viel unternommen, um dies mit einem gleichberechtigten Zugang zur Beschäftigung in Einklang zu bringen. Dieser Herausforderung stellt sich das Sozialunternehmen Startup Lions, welches 2015 gegründet wurde. 

Das Programm ist in drei aufeinander folgende Einheiten gegliedert: "Learning Lions" schult talentierte und motivierte junge Erwachsene in gut bezahlten und stark nachgefragten Skills wie Programmierung, Grafikdesign und Medienproduktion. Die Studierenden des Bildungsprogramms werden dann eingeladen, als Auszubildende von "Digital Lions", einer Fair-Trade-IT-Outsourcing-Agentur, auf dem Campus zu bleiben. Hier arbeiten sie mit internationalen Kunden zusammen und sammeln praktische Erfahrungen.

Wenn sich die Lions im Kontakt mit den Kunden sicher fühlen, stellt das Gründerzentrum "Startup Lions" ihnen die nötigen Mittel und Werkzeuge zur Verfügung, damit sie ein eigenes Start-up gründen und wirtschaftlich unabhängig werden können.

Bei der Google Impact Challenge 2018 in Kenia ging Startup Lions als einer der letzten vier Gewinner hervor. 

Jan Veddeler

Was ist Social Entrepreneurship für dich?
Social Entrepreneurship ist für mich eine Form des Versuchs, öko-soziale Verantwortung mit effizientem Wirtschaften zu verbinden, mit besonderem Fokus auf Innovation und Unternehmergeist. Es zielt also darauf ab, die besten Mittel aus verschiedenen Modellen zusammenzubauen um sich einer ökologischen oder sozialen Herausforderung zu stellen. So sozialorientiert wie gemeinnützige Organisationen, so effizient wie profitgetriebene Unternehmen, und so agil und dynamisch wie Startups. Eine anspruchsvolle Zielsetzung also!

Was ist dein Projekt?
Mich bewegt seit meiner Jugend die Frage wie man etwas gegen extrem ungleich verteilte Startchancen tun kann, besonders zwischen globalem Norden und Süden. Mich interessieren daher Fragen rund um internationalen Handel, Wertschöpfungsverteilung, sowie vor allem Entwicklungszusammenarbeit. Dabei bewege ich mich oft in dem Dilemma von sozial gebotenem Wirtschaftswachstum des globalen Südens das aber ökologisch auf unserem Planeten nicht weiter tragbar ist. Dann landet man schnell bei Themenfeldern wie qualitativem Wachstum, Suffizienz, Degrowth, nachhaltigem Wirtschaften, etc. Die gilt es mit Leben zu füllen und praktikable Konzepte zu erproben!

Wie kamst du dazu StartUp Lions zu gründen? 

Als ich von einem Mitgründer von Startup Lions über das Projekt erfahren habe, war ich sofort Feuer und Flamme für die Idee: jungen Menschen im ländlichen Kenia mithilfe von schnell-lernbaren tech-skills wie Webdevelopment eine zukunftsfähige Einkommensperspektive schaffen, das klang nach einem ziemlich guten Konzept. Daraufhin bin ich als Volontär bei Startup Lions angefangen, habe mich von der Idee, deren Praktikabilität und den tollen Gründerpesönlichkeiten überzeugt, und bin dann zum Gründerteam dazugestoßen. Heute kümmere ich mich hauptsächlich um unsere Fair Trade Agentur Digital Lions die die IT-Dienstleistungen unserer 'lions' international vermarktet.

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